Sind Mikroalgen die Super-Nahrungsquelle der Zukunft

Die Welt steckt in einer Nahrungskrise: die stetig wachsende Erdbevölkerung bedarf immenser Mengen an Nahrung. Jetzt ist ein Nahrungsmittel in den Fokus der Forschung gerückt, das eine überzeugende Alternative darstellt: Mikroalgen gelten als gesund und nährstoffreich. Was sind Mikroalgen? Warum kommen Algen als Nahrungsquelle infrage und welchen Nährwert bieten sie dem Menschen?

 

Spirulina – Hoffnung für die nachhaltige Ernährung der Menschheit

mikroalgen spirulina chlorella

Mikroalgen in Pulverform

Wer von Algen als Nahrung hört, ist selten auf Anhieb begeistert. Mikroalgen überzeugen seit Jahrtausenden auf dem Speiseplan. Diese Algen, zu denen Spirulina und Chlorella zählen, zeichnen sich durch einen hohen Nährstoffgehalt aus. Sie bieten viele Vorteile für die Gesundheit und wachsen in Gewässern: Süßwasserseen und die salzigen Ozeane sind reich an Mikroalgen, die verschiedenen Organismen als Nahrung dienen. Heute stehen diese speziellen Algen vor allem aufgrund ihrer Nährstofffülle im Fokus. Warum sind sie Hoffnungsträger für die Ernährung? Was macht sie zu einer begehrenswerten Alternative?

 

Vitamine, Spurenelemente und Mineralien – die reichhaltigen Inhaltsstoffe der Mikroalgen

Bis zu 70 Prozent der Algen bestehen aus wertvollem Eiweiß. Dieses benötigt der Körper vor allem für die Versorgung der Muskeln. Ohne Proteine wachsen Muskeln langsamer oder bauen sogar ab. Um starke Muskeln zu fördern, enthalten Chlorella und Spirulina neben den Proteinen essentielle Aminosäuren. Gleichzeitig bieten Mikroalgen wichtige Nährstoffe und Spurenelemente: Antioxidantien helfen, Anzeichen von Stress und vorzeitiger Alterung zu reduzieren. Das wirkt sich auf die Immunabwehr positiv aus, da die Antioxidantien freie Radikale bekämpfen. Infektionen und Krankheitserreger haben auf diese Weise geringere Chancen, sich im Körper auszubreiten.




Mikroalgen enthalten zusätzlich die Vitamine B, K, E, D, A und C sowie die Mineralien Magnesium und Calcium. Magnesium unterstützt zusammen mit den B-Vitaminen beispielsweise gesunde Nerven. Muskelkrämpfe lassen sich durch die Gabe von Magnesium reduzieren. Eisen, Jod, Phosphor, Selen, Chrom und Zink runden die Nährstoffliste ab. Nicht zuletzt sind Mikroalgen reich an essentiellen Fettsäuren.

Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind für verschiedene Prozesse im Körper wichtig. Fische und Meeresfrüchte sowie Sojaprodukte enthalten viele dieser gesunden Fette. Für Veganer und Vegetarier sind Spirulina und Chlorella deswegen eine gute Alternative zu herkömmlichen Fettsäurequellen.

 

Vorzüge der Mikroalgen für die Gesundheit

Aufgrund der Nährstoffe bieten Algen Vorteile für das Immunsystem und die körperliche Gesundheit. Sie wirken sich positiv auf Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems aus. Wer unter einem hohen Gefäßdruck leidet, kann sich mit Algen-Ergänzungsmitteln eine Besserung erhoffen. Gleichzeitig senken die Pflanzen einen erhöhten Cholesterinspiegel. Diese Auswirkungen zeigten sich in wissenschaftlichen Studien.

Neben dem Vorteil auf den Kreislauf bieten die Mikroalgen den Vorzug, die Verdauung und die Darmtätigkeit zu fördern. Das kommt dem Immunsystem zugute. Eine gute und gesunde Darmflora hilft, den Körper vor Infektionen zu schützen. Speziell der Zusammenhang mit dem Immunsystem bietet ungeahnte Vorteile: Allergiker können beispielsweise von der Einnahme profitieren. Die Algen ermöglichen es, Allergiesymptome, wie z. B. Juckreiz, eine verstopfte Nase oder häufiges Niesen, zu lindern.

Nachteile von Mikroalgen in der täglichen Ernährung

Die Vorteile bieten vielerlei Anlass, sich eingehender mit Algen zu beschäftigen. Die Forschung steht jedoch noch am Anfang. Trotz des zunehmenden Interesses verschiedener Gesellschaftsbereiche (z. B. Nahrungsindustrie, Kosmetik und Pharmazie) ist das Kultivieren von Algen mit hohen Kosten verbunden. Da sich die Forschung noch in den Anfängen befindet, ist bisher erst ein kleiner Teil der weitreichenden Algenpopulation ausreichend erforscht. Nicht zuletzt ist die Herstellung von Mikroalgen aufwendig. Kontaminierungen lassen sich vor allem durch Bioreaktoren weitestgehend vermeiden.

 

Fazit – Algen als Powerfood?

Zusammenfassend ist die Produktionsmenge beim jetzigen Stand der Entwicklung zu gering und die Kosten zu hoch, um die Algen zu einer wertigen Alternative der Gesellschaft zu machen. Obwohl die Mikroalgen für den Menschen gesund sind und aufgrund von Lichteinfall und Photosynthese wachsen, hält sich die Nachhaltigkeit zurzeit noch in Grenzen. Chlorella und andere Algenarten brauchen für die Zucht und Kultur viel Energie. Damit sind Mikroalgen als Nahrungsergänzung eine bedenkenswerte Alternative. Es bedarf jedoch mehr Forschung, um die Alge zum täglich konsumierbaren Superfood zu machen.